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Kenianische Berühmtheiten an Bord des MS „Beluga Singapore“

Kenianische Berühmtheiten an Bord des MS „Beluga Singapore“

Erfolgreiche Verschiffung zweier Autofähren von Hamburg nach Mombasa

Rot, dick und unförmig lagen die beiden Schwestern aus Dresden am Hamburger Dradenau Terminal. Sie warteten auf die größte Reise ihres Lebens – nach Mombasa. Gebaut, um dort künftig jeweils 1500 Passagiere oder bis zu 65 PKW zu transportieren, mussten die beiden Autofähren nun allerdings erst einmal selber verladen werden: aus dem Hafenbecken direkt in den Rumpf und an Deck des blau-weißen MS „Beluga Singapore“.

Als eines von 69 Schiffen der auf maßgeschneiderte Schwergut- und Projektverladungen spezialisierten Beluga Shipping GmbH, war die  „Beluga Singapore“ hierfür bestens geeignet: Sie ist eines von drei Neubauten der super modernen P1/P2 - Klasse mit jeweils 800 bis 1400 Tonnen Krankapazität im Tandembetrieb. 13 weitere dieser Schiffe wird die Bremer Reederei bis 2011 in den Dienst stellen. „Likoni“ und „Kwale“, ihre prominenten Fahrgäste nach Kenia, waren die ersten Fährenbauten der Schiffs- und Yachtwerft Dresden (SYWD) und Bestellungen der Kenya Ferry Service Ltd aus Mombasa. Da die zweitgrößte Stadt Kenias auf einer Insel liegt, ist sie geradezu abhängig von einem funktionierenden Fährsystem. Als extrem wichtiger Ersatz für zwei sehr alte Fähren wurden „Likoni“ und „Kwale“ daher sehnsüchtig erwartet.

Ihre Verladung an Bord des 166 Meter langen Mehrzweck-Schwergutfrachters wurde zu einem Meisterstück an Maßarbeit: Der Frachtraum, in dem die „Kwale“ die gut 9000 Seemeilen nach Mombasa reisen sollte, maß nur wenige Dezimeter mehr als die Fähre selbst. Auf den Zentimeter genau mussten die zwei bordeigenen NMF-Kräne der „Beluga Singapore“ das Schiff platzieren. Synchron, wie zwei riesige Krallen eines mächtigen Greifvogels, zogen ihre riesigen Haken die 60 Meter lange Fähre in den Himmel. Dabei hingt sie mit ihrem gesamten Gewicht von etlichen hundert Tonnen nur an zwei schmalen blauen Gurten, die ihr Taucher zuvor um den dicken Bauch geschlungen hatten. Wie ein mächtiger fliegender Fisch hob sie in extremer Zeitlupe dann aus dem Wasser ab.

Hoch über Wasseroberfläche und Schiffsdeck führten die auf je 400 Tonnen Hebekapazität ausgelegten Kräne der „Beluga Singapore“ die schwere Last dann im Tandem mit feinsten Bewegungen - quasi wie eine Marionette - diagonal zwischen sich hindurch an Bord. Dabei unterstütze sie wechselnde Krängung der „Singapore“ – „Nie mehr als zwei Grad“, beruhigte Kapitän Heiner Heise, nach 50 Jahren Seefahrt der erfahrenste Mann an Bord – indem diese feinst variiert wurde, so dass die Fracht Stück für Stück ihrer Endposition über Deck entgegen schwingen konnte.

Als dann die „Kwale“ komplett in der Luke des mächtigen Laderaums verschwand, sah es aus, als verschluckte die „Beluga Singapore“ einen riesigen Happen. Sanft setzen ihn die Kranführer mittschiffs auf quer liegende Holzpallungen ab. Nachdem die Fähre verlascht und mit mannshohen V-Trägern gesichert war, die extra noch mit dem Boden des Laderaums verschweißt wurden, schloss die Crew die Luken mit meterdicken und tonnenschweren Eisenplatten. Nun wurde das baugleiche Schwesterschiff „Likoni“ auf das Deck des Mehrzweck-Schwergutfrachters gehievt.

„Die 800.000 Einwohner Mombasas warten voller Sehnsucht auf „Kwale“ und „Likoni““, erklärte Harun Mwau, stellvertretender Transportminister Kenias, während der Verladung in Hamburg. Er war mit Vertretern von Kenya Ferry Services extra angereist, um sich die spektakuläre Verladung anzusehen. Alles gelang ohne Komplikationen. „Wir sind sehr, sehr glücklich, unsere Babies wohl behalten an Bord zu sehen“, sagte Joseph Kingi Kahindi, Aufsichtsratschef von Kenya Ferry Service.

Das Zusammenspiel zwischen Schiffsbesatzung und dem Team von Beluga Shipping harmonisierte perfekt in Hamburg. Ebenso in Mombasa, wo die Ankunft der Fähren zu einem Fest wurde: Etliche tausend Menschen standen winkend am Hafen und begrüßten die „Beluga Singapore“. Sie alle wollten dabei sein, als „Kwale“ und „Likoni“ sicher im Wasser von den Kränen des Mehrzweckfrachters abgesetzt wurden - nach der längsten Reise ihres Lebens.

Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterMehr Informationen über das MS Beluga Singapore" und die P1-Serie

 

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