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MS „Beluga Formation“ verschifft größte Boje der Welt 

MS „Beluga Formation” transportiert die größte Boje der Welt zum Ziel im Golf von Mexiko

Schwertransport einer Gigantin aus Indonesien in den Golf von Mexiko

In ihrer Masse und Größe überragt sie wie ein Gigant viele konventionelle Schiffe: 1.100 Tonnen schwer und 27 Meter hoch ist sie und nicht nur die größte Unterwasser-Drehkreuz-Produktions-Boje der Welt, sondern damit fast so etwas wie deren Königin. Ein Jahr lang wurde sie in Indonesien gebaut, um im Sommer vergangenen Jahres von dort 12000 Seemeilen weit über den Pazifischen Ozean in den Golf von Mexiko umzuziehen. Ihr Einsatzreich liegt nun 200 Seemeilen vor der US-Küste im Cascade-Ölfeld. Sicher verankert dient sie hier der Förderung von Öl: als Andock-Boje für Schiffe indem sie Schläuche und Leitungen für Öl, Wasser, Gas und zur Kommunikation in ihrem äußerst stabilen Körper bündelt.

Das Laden dieser massigen und dabei gleichzeitig höchst empfindlichen Matrone erforderte Präzision und detaillierte Vorbereitung. Um die korpulente Riesin in den Griff zu bekommen, musste kurzfristig sogar ihr Schwerpunkt geändert und asymmetrisch gedreht werden – nur eine der Herausforderungen, auf die das Team von Beluga Shipping GmbH vor Ort flexibel reagierte. Zweifelsohne war der Transport dieser Boje eine Herausforderung, bei dem alle Beteiligten intensiv zusammenarbeiteten: das Ingenieurteam vom Beluga Transport Engineering Department, die Crew an Bord des MS „Beluga Formation”, der Kunde - Altus Oil & Gas Services agierend für BW Offshore (BWO) - sowie der Hersteller der Boje, Advanced Production and Loading AS (APL). Altus war von BWO beauftragt, die komplette Verladung sowie den Transport der Topside- und Prozessmodule innerhalb des Cascade-Projekts zu organisieren und durchzuführen.

Auf das Know-how des Beluga-Teams konnte sich der Kunde auch vor Ort verlassen. Unter anderem musste die Verladung an Änderungen des Ablaufs, kurzfristige Modifikationen an der Boje oder einfach an die lokalen Gegebenheiten im Hafen von Batam Island, Indonesien, angepasst werden. „Wir haben hier eine absolut maßgeschneiderte Lösung vorgefunden, die diesen Transport unter den komplexen Rahmenbedingungen möglich machte“, führte Reidar Evensen, von Altus Oil & Gas Services aus. „Beluga hat in hohem Maße dazu beigetragen.“

Am 19. Juni 2009 gipfelte vor der Küste Indonesiens dann das sorgfältig vorbereitete Projekt drehbuchgleich in seinen dramatischen Höhepunkt: Die Verladung der gigantischen Fracht im Hafen von Batam Island auf den Mehrzweck-Schwergutfrachter MS „Beluga Formation“: Die hoch empfindliche Bojen-Gigantin wartete in sehr flachem Wasser an einer Pier. Weil weder Kran noch Schiff direkt am Kai anlegen konnten, ging zunächst eine Barge längsseits. Dann steuerte ein Schwimmkran zum Liften der Boje die Pier an, von dem sich das Frachtschiff kurz entfernte, um die komplexen Operationen nicht zu beeinflussen. Beim Liften und Beladen musste jeder Prozessschritt sitzen: Millimetergenau hob der Schwimmkran die schwere Boje langsam an, um sie dann genau auf den zuvor berechneten Punkt an Deck der nun längsseits liegenden „Beluga Formation“ sanft wieder abzusetzen.

Nun thronte die mächtige Riesenboje an Deck, auf einem eigens zu ihrer Sicherung und besseren Verteilung ihres Gewichtes konstruierten Gerüst. Dennoch entwickelten sich unter ihr enorme Belastungen für die Schiffsstruktur: An manchen Stellen erreichte die Punktbelastung mehr als 200 Tonnen pro Quadratmeter. Es musste schon besondere “Hardware“ vorhanden sein, ein Frachtschiff wie das MS „Beluga Formation“, um diese Kräfte tragen zu können.

Auch das beste Schiff funktioniert allerdings nur mit Menschen, die wissen, wie sie es einsetzen können, wie sie seine Trimmung trotz schwieriger Ladung optimieren und die Stabilität für die gesamte Seepassage trotz Wellen und Wetter über das Meer gewährleisten. Verantwortlich für diesen Part beim Beluga Transport Engineering war Projektmanager Yahaya Sanusi: „Der Transport solcher Ladung erfordert ein Höchstmaß an Vorausplanung und Vorkalkulation“, sagte er während des Handlings der wertvollen Fracht. „Wir haben das notwendige Know-how, um solche Herausforderungen bewältigen zu können – und diese auch mit Begeisterung angenommen.“ Planmäßig waren der Lade- und der Lashingvorgang binnen eines Tages abgeschlossen. Im Anschluss ging die weltgrößte Boje auf ihre weite Reise von Indonesien zum Offshore-Ziel im Pazifik und passierte dabei den Panamakanal.

Während der gesamten Passage raubte die stolz auf dem Deck positionierte Königin der Bojen durch ihre herausragenden Dimensionen den Offizieren auf der Schiffsbrücke ein wenig die Sicht voraus. Auch das war eine einkalkulierte Besonderheit dieses Schwertransportes, den die Beluga Transport Ingenieure zur Erfüllung der hohen Sicherheitsstandards des Kunden und von Beluga Shipping mit besonderen Maßnahmen meisterten: unter anderem installierten sie zusätzliche Radar Sets, Lichter sowie Infrarotkameras. Weil die Mega-Boje an Deck sogar höher aufragte als die Aufbauten des MS „Beluga Formation“ selbst, musste auch der Mast des Schiffes um vier Meter verlängert werden, damit die Toplichter auch von weitem noch sichtbar waren. Die mächtige, leuchtend gelbe Boje an Deck war ohnehin bestens aus der Ferne zu sehen.

„Wir bekamen ständig neugierige Anfragen über Funk von passierenden Schiffen, was wir denn da Seltsames an Bord hätten“, berichtete Kapitän Hans Peter Stenske. „Teile für Apollo 17“, lautete dann meist augenzwinkernd die Antwort der Crew. Seemannsgarn gehört eben auch beim Schwertransport auf den Ozeanen dazu.

Öffnet internen Link im aktuellen FensterWeitere Informationen zur Beluga F-Serie

 

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